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<title>Waterscreen</title>
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<p><b>Waterscreen</b> bezeichnet <a href="Projektionsfl%C3%A4che" title="Projektionsfläche">Projektionsflächen</a> aus Wasser, so auch zu sehen bei der Eröffnungsveranstaltung der <a href="Olympische_Sommerspiele_2004" title="Olympische Sommerspiele 2004">Olympischen Spiele 2004</a> in <a href="Athen" title="Athen">Athen</a>. Der Begriff Waterscreen oder auch getrennt, Water Screen, hat sich insbesondere im englischen Sprachraum umgangssprachlich in der Veranstaltungstechnik allgemein für Wasserprojektionsflächen etabliert.
Wenn man in der Presse oft von der <i>Projektion von <a href="Hologramm" class="mw-redirect" title="Hologramm">Hologrammen</a></i> die Rede ist, verbirgt sich dahinter in den meisten Fällen eine Projektion auf einen Waterscreen, obwohl dies technisch nichts mit <a href="Holografie" title="Holografie">Holographie</a> gemeinsam hat, sondern lediglich eine Wirkung erzeugt, die wohl gemeinhin als Hologrammprojektion etabliert zu sein scheint.
</p>

<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Grundprinzip">Grundprinzip</h2></div>
<p>Ein Waterscreen erzeugt eine möglichst <a href="Homogenit%C3%A4t" title="Homogenität">homogene</a> und möglichst dünne (und damit eine möglichst <a href="Transparenz_(Physik)" title="Transparenz (Physik)">transparente</a>) Wasserfläche, die sich zur Projektion von <a href="Laser" title="Laser">Lasergrafik</a>, Video, <a href="Dia_(Fotografie)" title="Dia (Fotografie)">Dia</a> oder <a href="Gobo" title="Gobo">Gobos</a> von Scheinwerfern eignet.
Aufgrund der optischen <a href="Merkmal" title="Merkmal">Charakteristik</a> des Wassers ist in einer dunklen Umgebung ein von hinten auf die Wasserfläche projiziertes Bild sichtbar. Blickt der Betrachter aus Richtung des Projektors, so ist das Bild auf dem Waterscreen kaum zu erkennen. Der Waterscreen muss also zwischen <a href="Projektor" title="Projektor">Projektor</a> und <a href="Betrachtung" title="Betrachtung">Betrachter</a> platziert werden, damit ein <a href="Optik" title="Optik">optisch</a> zufrieden stellendes Ergebnis erzielt werden kann (Rückprojektion).
Durch die hohe Transparenz des Wassers ist unter optimalen Bedingungen einzig das projizierte Bild sichtbar. Das dargestellte Motiv scheint ähnlich einem Hologramm in der Luft zu schweben. Je weniger Wasser sich zur Projektion in der Luft befindet, umso stärker muss zwar die Projektionsquelle sein, aber umso <a href="Plastik_(Kunst)" title="Plastik (Kunst)">plastischer</a> wirkt auch die Projektion, da in diesem Fall das Wasser selbst kaum durch <a href="Streulicht" title="Streulicht">Streulicht</a> der Umgebung erhellt wird.
Naturgemäß lässt sich somit mit Lasergrafiken das beste Ergebnis erzielen, da die hohe Intensität der Projektion nur wenig Wasser für eine ausreichend <a href="Kontrast" title="Kontrast">kontrastreiche</a> Darstellung benötigt.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Konstruktionsprinzipien">Konstruktionsprinzipien</h2></div>
<p>Waterscreens sind in verschiedenen Bauformen verfügbar, die je nach technischen und örtlichen Gegebenheiten zum Einsatz kommen.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Water_Screen_Curtain">Water Screen Curtain</h3></div>
<p>Wasserverteilsegmente, ähnlich einem langgezogenen Duschkopf, erzeugen einen räumlich eng begrenzten <i><a href="Wasserfall" title="Wasserfall">Wasserfall</a></i>, bzw. <i>Wasservorhang</i>. Das herabfallende Wasser wird in einem Becken aufgefangen und über eine <a href="Wasserpumpe" title="Wasserpumpe">Pumpe</a> wieder nach oben transportiert. Vorteil dieses Prinzips ist die homogene Wasserausbreitung sowie die geringe Spritzwasserbildung, weshalb diese <a href="Variante_(Produkt)" title="Variante (Produkt)">Variante</a> vor allem in Innenräumen eingesetzt wird. Dieser <a href="Bildwand" title="Bildwand">Leinwandtyp</a> wird zunehmend auch abseits des ursprünglichen Einsatzgebiets für Messebau und in der <a href="Innenarchitektur" title="Innenarchitektur">Innenarchitektur</a> als Wandelement aus Wasser eingesetzt.
Ausschlaggebend für die <a href="Qualit%C3%A4t" title="Qualität">Güte</a> eines Curtain Waterscreen sind die Anzahl der <a href="D%C3%BCse" title="Düse">Düsen</a> pro <a href="Laufender_Meter" title="Laufender Meter">laufendem Meter</a>, die Gestaltung der Düsen (bzgl. Spritzwasserfreiheit), die homogene Wasserverteilung innerhalb des Verteilsegments, das Gewicht der Konstruktion, die <a href="Wartung" title="Wartung">Wartbarkeit</a> (z.&nbsp;B. Reinigung der Düsen), die zum Einsatz kommenden Pumpentechnik sowie die Materialbeschaffenheit der Wasserverteilsegmente. Für mobile Einsätze kommen aufgrund des Transportgewichts, des Handlings und der Hängelast zumeist Verteilsegmente aus <a href="Aluminium" title="Aluminium">Aluminium</a> zum Einsatz. Im stationären Einsatz haben sich eher Waterscreens aus Edelstahl bewährt.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Jet_Water_Screen">Jet Water Screen</h3></div>
<p>In diesem Fall sind die Wasserverteilsegmente in einem Becken installiert und erzeugen im Vergleich zum Waterscreen Curtain mit deutlich weniger Düsen pro laufendem Meter eine Wasserwand aus einer Anreihung an <a href="Springbrunnen" title="Springbrunnen">Wasserfontänen</a>.
Dieses Prinzip eignet sich aufgrund der Spritzwasserbildung fast nur für außen, ist jedoch aufgrund der hohen Wassermenge in der Luft und die <a href="Rechteck" title="Rechteck">rechteckige</a> Form sehr gut zur Wiedergabe von Video geeignet.
Nachteil ist die relativ große Tiefe der Wasserfläche, wodurch besonders filigrane Bildinhalte schwerer zu erkennen sind.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Spray_Water_Screen">Spray Water Screen</h3></div>
<p>Bei diesem Konstruktionsprinzip erzeugen oft mehrere Pumpen gemeinsam einen Wasserstrahl, der auf eine Prallfläche geführt wird. Ähnlich einem Löffel unter dem Wasserhahn breitet sich das Wasser als dünner Film halbkreisförmig nach oben und zur Seite hin aus.
Dieser Wasserfilm kann zur Projektion genutzt werden. Vorteil dieser Bauart ist der geringe <a href="Infrastruktur" title="Infrastruktur">infrastrukturelle</a> <a href="Aufwand" title="Aufwand">Aufwand</a> (es wird weder Hängegerüst, noch ein planer Untergrund benötigt) und die Möglichkeit, den Waterscreen mit geringem Mehraufwand auch schwimmend betreiben zu können.
Nachteil sind die hohe Windempfindlichkeit, die extreme Spritzwasserbildung sowie die halbrunde Form, die in der Regel nur speziell für diese Form aufbereitete Inhalte optimal darstellen kann. Im Falle von Video, das üblicherweise rechteckige Inhalte darstellt, lässt sich entweder nur ein kleiner Bereich der zur Verfügung stehenden Fläche nutzen oder man verliert durch die halbrunde Form sehr viel Bildinhalt (in der Regel mehr als 50&nbsp;%).
Darüber hinaus ist die erzeugte Projektionsfläche sehr inhomogen. Während in direkter Nähe zur Austrittsdüse selbst feinere <a href="Detail" title="Detail">Details</a> noch klar erkennbar sind, nimmt die Deutlichkeit der Projektion zum Rand des Waterscreens sehr rasch ab. Dennoch hat sich dieses Konstruktionsprinzip aufgrund der einfachen Handhabung im Außeneinsatz auf breiter Basis etabliert.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Verwandte_Techniken">Verwandte Techniken</h2></div>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Nebel-Leinwände"><span id="Nebel-Leinw.C3.A4nde"></span>Nebel-Leinwände</h3></div>
<p>Bereits seit vielen Jahren versuchen verschiedene Hersteller das Prinzip des Waterscreens auch auf die <a href="Baukonstruktion" title="Baukonstruktion">Konstruktion</a> einer Nebelwand zu übertragen. Bislang konnte sich diese Technologie noch nicht auf breiter Basis etablieren. Das grundsätzliche Problem ist die geringe <a href="Tr%C3%A4gheit" title="Trägheit">Massenträgheit</a> von Wasser-<a href="Nebel" title="Nebel">Nebel</a> im Vergleich zu Wassertropfen, wodurch schon geringste Verwirbelungen der Luft dazu führen, dass die Projektionsfläche abreißt.
Der durch die Presse bekannte skandinavische Hersteller <i>Fog Screen</i> hat ein entsprechendes Produkt auf dem Markt. Der relativ hohe Preis, die effektiv zur Projektion nutzbare Fallhöhe des Nebels von kaum mehr als einem Meter sowie das Missverhältnis von technischer Konstruktion zu Nutzfläche bescheiden diesem Produkt jedoch allenfalls ein Nischendasein. Gleichartige Anlagen sind mittlerweile auch aus Deutschland, China und USA erhältlich. Ein Produkt des deutschen Herstellers watershow.de ermöglicht erstmals Projektionen bis zu 8 m Höhe.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Wasserfontänen"><span id="Wasserfont.C3.A4nen"></span>Wasserfontänen</h3></div>
<p>Eine kostengünstige, technisch jedoch mit großen Kompromissen behaftete Alternative zu Waterscreens, ist die Projektion in einen Fontänenbogen. Der von den Fontänen herabfallende Wassernebel ist äußerst inhomogen, extrem windanfällig und eignet sich allenfalls zur Projektion von Lasergrafiken.
</p>

<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Watergraphic">Watergraphic</h3></div>
<p>Schreibende Wasserwand / <a href="Watergraphic" title="Watergraphic">Watergraphic</a> erzeugt beliebige Bilder und Schriften aus Wasser. Hier werden einzelne Wasserstrahlen computergesteuert sehr schnell ein- und ausgeschaltet. Mit entsprechender Steuerungstechnik ist die Darstellung von Kontrastbildern (schwarz/weiß = kein Wasser/Wasser) möglich. Diese fallen entsprechend ihrer Anfangsgeschwindigkeit und Masse entsprechend dem Beschleunigungsfaktor unaufhaltsam nach unten.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Gaze">Gaze</h3></div>
<p>In der <a href="B%C3%BChnentechnik" title="Bühnentechnik">Bühnen- und Theatertechnik</a> haben sich semitransparente <a href="Gaze" title="Gaze">Gazestoffe</a> als kostengünstige Lösung zur Erzeugung räumlicher Projektionen etabliert. Normaler Gazestoff eignet sich eher zur Aufprojektion mit gängigen Medien, wodurch sich aber das projizierte Bild in der Regel noch einmal auf dem Bühnenhintergrund abbildet. Nur speziell beschichtete Stoffe eignen sich zur Rückprojektion, die Lichtintensität der Projektion nimmt jedoch in diesem Fall ausgehend von der direkten Sichtlinie zwischen Betrachter und Projektor sehr schnell ab (sog. Hotspot-Effekt).
Der entscheidende Nachteil gegenüber Waterscreens ist die Tatsache, dass die Leinwand selbst unter optimalen Bedingungen immer als solche erkennbar bleibt. Während Waterscreens wie von Geisterhand plötzlich da und auch schnell wieder weg sind, ist bei einer Gaze unvermeidbar, dass der Betrachter erkennt, dass eine Leinwand erscheint.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Warenzeichen">Warenzeichen</h2></div>
<p>Der Begriff <i>Water Screen</i> ist auch ein eingetragenes Warenzeichen<sup id="cite_ref-Warenzeichen_1-0" class="reference"><a href="#cite_note-Warenzeichen-1"><span class="cite-bracket">[</span>1<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> der <a href="LOBO_electronic_GmbH" class="mw-redirect" title="LOBO electronic GmbH">LOBO electronic GmbH</a> für solche Projektoren.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Weblinks">Weblinks</h2></div>
<div class="sisterproject" style="margin:0.1em 0 0 0;"><div class="noresize noviewer" style="display:inline-block; line-height:10px; min-width:1.6em; text-align:center;" aria-hidden="true" role="presentation"><span class="mw-default-size" typeof="mw:File"><span title="Commons"></span></span></div><b><span class=""><a class="external text" href="https://commons.wikimedia.org/wiki/Category:Waterscreens?uselang=de"><span lang="en">Commons</span>: Waterscreens</a></span></b>&nbsp;– Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien</div>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Einzelnachweise">Einzelnachweise</h2></div>
<ol class="references">
<li id="cite_note-Warenzeichen-1"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-Warenzeichen_1-0">↑</a></span> <span class="reference-text"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://register.dpma.de/DPMAregister/marke/register/397144520/DE">Deutsches Patent und Marken Amt - Markenabfrage - Registernummer/Aktenzeichen: 39714452.0</a></span>
</li>
</ol></div><!--htdig_noindex--><div><div class="zim-footer">
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